„Ein Wort zum Sonntag“ 03.05.2020
Viele unruhige Gedanken…
Liebe Schwester, lieber Bruder,
was beschäftigt dich so in diesen Tagen?
Wird die Lockerung bzw. Aufhebung der Corona-Maßnahmen die Erfolge der Eindämmung der Virusansteckungen nicht wieder zu Nichte machen? Wann wird wieder ein „Normalzustand“ möglich sein? Muss ich evtl. auf meine wohlverdiente Urlaubsreise verzichten? Reicht das Geld, was ich momentan bekomme? Werde ich unter diesen Umständen die Prüfung schaffen? Solche oder ähnliche Gedanken können uns ganz schön beschäftigen oder sogar zermürben.
Auch ein Schreiber der Psalmen kennt solche Gedanken und beschreibt hier seine Erfahrung damit:
Als viele unruhige Gedanken in mir waren, beglückten deine Tröstungen meine Seele.
Psalm 94;19 (Elbf)
Der Psalmist sieht sein Volk in einem katastrophalen Zustand und er sehnt sich nach dem Eingreifen Gottes. Die Unterdrücker können scheinbar machen was sie wollen, sogar Gott beleidigen und es geschieht ihnen nichts. In dieser schwer begreifbaren Situation bekennt der Schreiber in Vers 17:
Hätte der Herr mir nicht geholfen, dann hätte nicht viel gefehlt, und ich befände mich bereits in der Stille des Totenreichs.
Psalm 94;17 (NGÜ)
Unaushaltbar war für ihn diese Zeit, die wahrgenommene Ungerechtigkeit und die ausbleibende Reaktion Gottes. Dennoch hält er an Gott fest, weil er seine Hilfe trotz widriger Umstände immer wieder erfahren hat.
Doch immer wenn ich dachte: »Jetzt gerate ich ins Stolpern!«, dann stützte mich, Herr, deine Gnade.
Psalm 94;18 (NGÜ)
Und dieser Psalmschreiber war sich sicher, dass Gott eingreifen wird, zu seiner Zeit. Doch Abzuwarten, bis die Zeit Gottes gekommen ist, fällt auch uns nicht leicht.
Gedanken, die uns in Unruhe versetzen, die uns zu schaffen machen, aufreiben wollen, solche Gedanken werden immer wieder mal kommen in unserem Leben. Aber in der Gegenwart Gottes, in seiner Nähe dürfen unsere Gedanken und Sorgen zur Ruhe kommen. Bei Gott finden wir Trost und er ist in der Lage unser Herz wieder mit Freude zu füllen.
Und diese Erfahrung, dass die Tröstungen unseres Gottes deine Seele immer wieder beglücken, das wünsche ich dir von ganzem Herzen.
Und dazu noch einen gesegneten Sonntag.
Euer Jens
„Ein Wort zum Sonntag“ 26.04.2020
„Ein Wort zum Sonntag“
Liebe Schwester, lieber Bruder,
nach meiner Beobachtung hat die Frage nach dem Befinden und dem Wohlergehen im Bekanntenkreis zugenommen. Man interessiert sich wieder mehr füreinander, fragt: Wie geht es dir oder euch? Viele antworten einfach mit „gut“, andere erzählen etwas mehr oder berichten gar von einer Not. Es wird, so habe ich den Eindruck, obwohl eine räumliche Distanz zu waren ist, wieder mehr Anteil genommen an dem, was andere in dieser Zeit erleben. Wie geht es mit der Arbeit, mit der Schule zu Hause, bist du gesunde? Oder: Wie geht es dir im Innersten?
Im Psalm 42 beschäftigt der Schreiber sich im Gegensatz erst mal mit der Frage: Wie geht es mir? Wie geht es meiner Seele? Man könnte meinen, das klingt sehr egozentrisch oder egoistisch. Doch ich glaube, wenn diese Frage nicht geklärt ist, kann man auch nicht so richtig für andere da sein.
Warum bist du so bedrückt, meine Seele? Warum stöhnst du so verzweifelt? Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch dafür danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft.
Psalm 42;6
In den Psalmen lesen wir viel von den Gemütsbewegungen der Seele. Doch hier spricht tatsächlich einer mit sich selbst. Der Psalmist redet mit seiner Seele. Er ist offensichtlich mit deren Gefühlen und Empfindungen unzufrieden. Seiner Seele geht es im Moment anders, als es ihr seinem Wissen und Verstand nach gehen sollte. Und so wird er zu seinem eigenen Seelsorger – spricht sich selber Mut und Gottvertrauen zu.
Aber nicht jedem fällt dies so leicht, wie anscheinend diesem Schreiber. Manchmal gleicht unsere Seele einem geheimnisvollen Bündel von Gefühlen, Empfindungen, Erinnerungen, Wünschen und Vorstellungen, aber auch Angst vor dem, was kommen wird. Die Folgen sind, schlechter Schlaf, Unruhe, bis hin zu Depressionen. Und gerade in Tagen, wie diese, wo viele Menschen isoliert und alleine sind, kann sich eine Bedrückung der Seele sehr schnell einstellen. Ja, unsere Seele kann uns ganz schön zu schaffen machen.
Aber, sie muss uns und unser Leben nicht bestimmen. Wir müssen ihre Empfindungen nicht hinnehmen und uns von ihnen nach unten ziehen lassen, nicht resignieren und uns selbst aufgeben. Wir können ihr zusprechen: Vertraue auf Gott!
Der Seele dieses Psalmisten ging es nicht gut, aber er war sich bewusst, dass Gott für ihn ist, nur gute Absichten hat und dass er ihm helfen wird, auch wenn im Moment davon noch nichts sichtbar ist. Einmal wird er ihm dafür danken, dass die Nähe Gottes auch wieder spürbar und seine Hilfe erfahrbar ist.
Und obwohl auch uns unsere Seele manchmal im Wege steht, danken wir unserem Gott, dass Er uns so geschaffen hat, wie wir sind. Was wäre der Mensch ohne Gefühle und Empfindungen? Was bliebe von ihm übrig?
Und wenn es unserer Seele auch mal nicht so gut geht, besteht immer noch die Möglichkeit mit ihr zu „sprechen“. Und uns selbst zu ermutigen und glaubensvoll auf Gott zu vertrauen.
Der Mensch, also auch du, ist mit einer Seele ausgestattet – geheimnisvoll, unergründlich, aber dennoch in Gottes Hand geborgen. Selbst in den dunkelsten Stunden deines Lebens, kannst du eine liebliche Quelle sein, aus der Gott seinen Segen fließen lässt.
Mein Tipp: Lege deine Empfindungen und Gemütsbewegungen in Gottes Hände.
Er allein, kann Angst und Befürchtungen vertreiben. Er allein kann trösten, wie kein anderer das kann. Er allein bringt Ordnung in das Chaos deines Lebens. Er ist auch der Schöpfer einer/deiner neuen Welt.
Mit diesen Worten möchte ich dich heute gerne ermutigen und deine Seele soll froh gestimmt sein, weil Gott dich von Herzen liebt!
Einen gesegneten Sonntag
Euer Jens
„Ein Wort zum Sonntag“ 19.04.2020
„Ein Wort zum Sonntag“
Liebe Schwester, lieber Bruder,
vermisst du auch die Gottesdienste, die Gebetstreffen, deinen Hauskreis, die Gemeinschaft mit anderen?
Ich staune wie viel heute durch die ,modernen Medien an Kontakt und Verbreitung der Botschaft möglich ist. Und Gott sei Dank, dass wir diese Möglichkeiten haben.
Aber kein Brief, keine E-Mail, keine Telefonkonferenz, keine Videobotschaft oder Online-Gottesdienst kann das ersetzen, was wir haben, wenn wir als Gemeinde zusammenkommen. Die Begegnung, das Händeschütteln, die liebevolle Umarmung, selbst das gemeinsame Schweigen wird wertvoll, wenn die Nähe vorhanden ist.
Dies war auch dem Schreiber des Hebräerbrief‘s bewusst und so fordert er die Gläubigen auf, unsere Zusammenkünfte nicht zu versäumen:
„Ferner wollen wir unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen; denn Gott ist treu und hält, was er zugesagt hat. Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen, einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Zusammenkünften nicht fernbleiben, wie einige sich das angewöhnt haben, sondern dass wir einander ermutigen, und das umso mehr, als – wie ihr selbst feststellen könnt – der Tag näher rückt, an dem der Herr wiederkommt.“
(Heb 10;23-25 NGÜ)
Was machen wir mit so einer Anweisung in unserer momentanen Situation?
Was machen unsere Geschwister, die unter lebensgefährlicher Verfolgung leiden, mit so einem Vers? Rufen wir zum Ungehorsam gegen die Staatsregierung auf? Treffen wir uns heimlich? In Situationen der Verfolgung vielleicht, doch hier in unserem Fall, wo die Anweisungen nicht gegen uns gerichtet sind, sondern vielmehr Menschen schützen wollen – Nein!
Diese Aufforderung wendet sich nicht an solche, die wegen äußerer Umstände oder Situationen, die sie nicht beeinflussen können, daran gehindert werden einen Gottesdienst oder die Gebetsversammlung zu besuchen. Dieser Vers gilt nicht denen, die sich von Herzen nach Gemeinschaft und Austausch mit den Geschwistern sehnen, aber es ihnen unter gegebenen Umständen nicht möglich ist. Diesen will der Schreiber nicht zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen machen.
Sondern diese Ermahnung gilt solchen, die ihre Prioritäten falsch setzen, die jede Begründung nutzen, um nicht zu kommen. Solchen, denen es leicht fällt auf Gottesdienst und andere Zusammenkünfte zu verzichten, denen jeder Vorwand willkommen ist. Denen, den alles andere wichtiger geworden ist.
Es gab schon damals diejenigen, die aus freien Stücken die Versammlungen nicht besuchten, denen ihr Vergnügen, ihre Bequemlichkeit und ihre eigenen Belange wichtiger waren, als die Versammlung der Gemeinde.
Wir können momentan wegen der Corona-Pandemie keine Gottesdienste, Gebetstreffen usw. halten. Ich vermisse das alles sehr und hoffe, dass diese Maßnahmen unserer Regierung bald nicht mehr nötig sind. Ich freue mich jetzt schon auf den ersten gemeinsamen Gottesdienst nach dieser Zeit und hoffe, dass ihr euch nicht an die Online-Predigten und Livestream-Gottesdienste gewöhnt habt. So schön das alles ist, dass man diese Technik auch für das Reich Gottes nutzen kann, es könnte für mich niemals das Original ersetzen – die echte Begegnung mit meinen Geschwistern.
Und deshalb hoffe ich nicht, dass man sich an Gottesdienste, Gebet und Kommunikation über die Medien oder Telefon gewöhnt und dies für eine echte Alternative ansieht, sondern meine große Hoffnung ist es, dass nach dieser Zeit die Gemeinschaft der Gläubigen wieder mehr geschätzt wird und die Gottesdienstbesuche und Gebetstreffen wieder zu einer Selbverständlichkeit werden. Dass wir uns füreinander verantwortlich wissen, uns gegenseitig zur Liebe und zum Gutes tun anspornen und uns ermutigen, weil wir wissen, dass unser HERR bald wiederkommt – wie es in diesen Versen formuliert ist.
Einen gesegneten Sonntag und die spürbare Nähe unseres Gottes wünscht Euch
Euer Jens
März 15.03.2020
Unser Gott ist größer
Liebe Geschwister,
wer hätte vor einigen Wochen gedacht, dass es in unserem Land nicht mehr möglich ist, sich zum Gottesdienst oder Gebetsabend zu treffen? Dass das öffentliche Leben binnen kurzer Zeit sich so drastisch ändert?
Mich erstaunt es, wie Dinge, die man für selbstverständlich gehalten hat, auf einmal nicht mehr selbstverständlich sind. Wie schnell eine ganze Nation in den Ausnahmezustand geraten kann. Die Situation verändert sich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde und ein Ende ist noch nicht absehbar.
Solche Zeiten waren und sind aber auch immer wieder Chancen, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Auf das, was wirklich wichtig ist. Auf das, was letztendlich zählt. Und auf das oder denjenigen, der durch alle Zeiten Halt und Hoffnung gibt.
„Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Deinetwegen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.« Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Römer 8;35-39
Die Liebe Gottes ist beständig, auch in turbulenten Zeiten. Es gibt nichts, was uns von seiner Liebe trennen kann. Kein Virus, keine Epidemie, keine staatlichen Einschränkungen und Verbote – Gottes Liebe zu uns bleibt. Und durch ihn werden wir in diesen herausfordernden Zeiten zu Überwindern. Und mehr noch als Überwinder. Wir werden nicht nur gerade so durchhalten, gerade so überleben. Nein, wir werden gestärkt daraus hervorgehen.
Und so wollen wir unseren Blick auf unseren Gott richten, dem gegeben ist alle Macht und der die Kontrolle behält, wenn sie den Menschen entgleitet.
Im Vertrauen auf ihn wollen wir beten für unser Land und für die Menschen, die von dem Virus oder auch von den Maßnahmen betroffen sind.
Viel Weisheit und Segen
Euer Jens